Wednesday, March 09, 2011

"Deutschkurse sind für uns Türken ein Verbrechen gegen die Menschenrechte"

Eigentlich wollte Karlheinz Kopf etwas lernen. Vor wenigen Tagen hat sich der Klubobmann der ÖVP mit Abgeordneten aufgemacht, um in Ankara ein paar Fragen zum Thema Integration zu stellen. Mit Wissenschaftlern, Parteifunktionären und Regierungsvertretern wollten die christlich-konservativen Parlamentarier darüber nachdenken, wie man den fast 200.000 in Österreich lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund die Integration erleichtern könnte.Das war der Plan - doch der sollte so nicht aufgehen. Anstatt konkreter Lösungsvorschläge bekamen die Österreicher Allgemeinplätze zu hören - oder die Gesprächspartner stritten vorsorglich ab, dass ihre Landsleute in Wien oder Berlin vor enormen Herausforderungen stehen. "Ich glaube nicht, dass die zweite oder dritte Generation der türkischen Migranten ernsthafte Integrationsprobleme hat. Die jungen Türken in Österreich haben ja schon intensiv europäische Luft geatmet", befand beispielsweise Mehmet Özavsar. Herr Özavsar ist ein mächtiger Mann. Als stellvertretender Präsident des Religionsamtes "Diyanet" hat er 60.000 Mitarbeiter unter sich, sein Apparat bezahlt und schickt Tausende Prediger in alle Welt.Von den Schwierigkeiten seiner Landsleute scheint er wenig zu wissen. "Sollte etwas in der Integration nicht funktionieren, dann muss die Politik eben Projekte aufsetzen." Projekte also. Konkreter will oder kann der Spitzenbeamte nicht werden.
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